Quellenbasierte Übersicht · Stand 6. Oktober 2026
Stadtgeschichte

Frankfurt, Rotlicht und die Breite Gasse

Vom kommunal regulierten Gewerbe über die Nachkriegszeit bis zu Toleranzzonen und heutigen Schutzvorschriften.

Eine belegbare Zeitleiste

Viele Geschichten über das Viertel werden mündlich weitergegeben. Diese Übersicht beschränkt sich auf Angaben, die sich in städtischen oder wissenschaftlichen Quellen nachvollziehen lassen.

1866–1968

Kommunale Regulierung

Die Studie „Verwaltete Lust“ des Instituts für Stadtgeschichte untersucht, wie die Stadt Prostitution über ein Jahrhundert verwaltete – von medizinischer Kontrolle bis zu Sperrgebieten.

Nach 1945

Östliche Altstadt

Nach der Zerstörung der Altstadt entwickelte sich die Gegend um die Breite Gasse zu einem zweiten Frankfurter Prostitutionsschwerpunkt.

1973

Ausgewiesenes Toleranzgebiet

Eine städtische Dokumentation nennt die Breite Gasse ausdrücklich als Toleranzgebiet der Sperrgebietsverordnung vom 9. März 1973.

1980er bis 1991

Stadtentwicklung und Konflikte

Debatten um die Verlagerung von Bordellbetrieben, ein geplantes Großbordell und Änderungen der Sperrgebietsregeln prägten die Zeit. 1991 wurde die damalige Toleranzzone „Breite Gasse“ aufgehoben.

Heute

Allerheiligenviertel

Die Breite Gasse liegt nahe der Zeil und ist weiterhin mit legalen Bordellbetrieben verbunden. Für Betrieb und Tätigkeit gelten das Prostituiertenschutzgesetz sowie lokale Regeln.

Quellen und Lesetipps

Bewusst nicht übernommen: Die Aussage, in der Breiten Gasse gebe es bereits seit Anfang des 19. Jahrhunderts Bordellbetriebe, ist in den bislang gefundenen belastbaren Quellen nicht belegt. Sie sollte erst nach Archivnachweis veröffentlicht werden.